Viele Menschen kennen Momente, in denen sie sich einsam und von aller Welt verlassen fühlen. Sie beschäftigen dann Gedanken daran, niemanden zu haben, der sich wirklich für sie interessiert. Diese Einsamkeitsgefühle sind jedoch zumeist vorübergehender Natur, z.B. wenn eine Partnerschaft zu Ende geht oder sie sich unverstanden oder ausgeschlossen fühlen. Sie erleben in anderen Momenten wieder Zugehörigkeit, Freude und Stolz sowie Momente, in denen sie sich gut integriert und bei anderen sicher aufgehoben fühlen.

Wenn Einsamkeitsgefühle zu einem länger anhaltenden Zustand werden und wir das Zutrauen in uns verlieren, Kontakt, Austausch und soziale Einbindung herzustellen, ist dies meistens außerdem verbunden mit Gefühlen wie Trauer, Angst, Scham, Wut und Hoffnungslosigkeit. Manchmal wissen wir auch nicht, wie wir Anschluss an andere Menschen bekommen können und eine Kontaktaufnahme zu anderen gestalten können.  Dann wird das Gefühl der Einsamkeit hinderlich und für uns quälend.

 

Therapiemöglichkeiten:

Im Umgang mit Einsamkeit ist zunächst relevant, die Ursache für dieses Gefühl zu erkennen, um mit dem Therapeuten gezielt an der Veränderung des Gefühls zu arbeiten. Einsamkeit weist auf die Nichterfüllung eines wichtigen Grundbedürfnisses des Menschen hin – Bindung. Um (wieder) Bindung herzustellen, sind manchmal Verhaltensänderungen, eine Veränderung der Lebenssituation oder auch ein Hinterfragen automatischer Gedanken durch Methoden der Kognitiven Verhaltenstherapie (KVT) notwendig.

Zur Reduzierung von Unsicherheiten in der Kontaktaufnahme und in der Gestaltung von Beziehungen haben sich Verhaltensübungen als sehr erfolgreich herausgestellt. Es geht in der Therapie darum soziale Situationen zu üben und schließlich wieder aufzusuchen (Training sozialer Kompetenzen). Somit reduziert sich das Gefühl der Einsamkeit und Unzulänglichkeit und wir gewinnen wieder Zutrauen in uns selbst. In unserer Praxis gibt es eine Gruppe zum Training der sozialen Kompetenzen.