Was versteht man unter Operanten Verfahren?


Operante Verfahren stellen in der Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie eine bedeutende Methode dar. Sie werden auch als Techniken der Reaktionskontrolle bezeichnet und beschreiben somit die Korrektur oder Veränderung von Verhaltensweisen und deren Auftretenswahrscheinlichkeit. Es geht darum, den Patient:innen die Konsequenzen, zu denen bestimmte Verhaltensweisen führen, aufzuzeigen, sodass diese ihr Handeln besser einzuschätzen lernen.

Hierbei werden Methoden zum Aufbau von erwünschten Verhaltensweisen, zum Abbau von unerwünschtem Verhalten oder auch Methoden zur Stabilisierung eines Verhaltens unterschieden.

Was bedeutet positive Verstärkung? Was sind Verstärkerpläne?


Der Aufbau von Verhaltensweisen erfolgt meist durch positive Verstärkung, d. h. dass positive Erfahrungen, z. B. Lob oder eine Belohnung (gemeinsame Zeit, ein neues Spielzeug etc.) bei einem neu erlernten Verhalten dazu führt, dass dieses häufiger gezeigt wird. Ein Beispiel hierfür wäre bei Kindern ein Verstärkerplan, auch Punkte- oder Stempelplan genannt, bei dem das Kind Smileys, Sticker, Stempel o. Ä. bei einem erwünschten Verhalten dazugewinnen kann. Diese können dann wiederum gegen einen Verstärker, also beispielsweise eine schöne gemeinsame Aktivität mit einem Elternteil, eingelöst werden. Der Aufbau des Plans sollte mit dem:der Therapeut:in ausführlich und detailliert besprochen werden, kann aber sehr kreativ gestaltet werden.

Der Abbau von Verhaltensweisen erfolgt prinzipiell durch Bestrafungen, die – in der Regel und vorzugsweise jedoch – durch positive Verstärkung von Alternativverhalten ersetzt werden sollten. Am Beispiel des Verstärkerplans bedeutet dies, dass zum Abbau eines unerwünschten Verhaltens Smileys, Stempel o. Ä. wieder entzogen werden könnten. Besser sollte jedoch das Verhalten ausführlich besprochen werden und alternative Verhaltensweisen erarbeitet werden, die dementsprechend positiv verstärkt werden. Ein Kind könnte also, anstatt ein anderes Kind in einer Streitsituation zu hauen, als Alternativverhalten lernen, einem Erwachsenen Bescheid zu geben und dementsprechend belohnt werden.

Müssen in der Therapie auch Hausaufgaben gemacht werden?


Hausaufgaben in der Psychotherapie dienen der Stabilisierung von Verhalten. Sie sind Handlungsanweisungen für Verhalten, welches auch außerhalb der therapeutischen Sitzung ausprobiert oder geübt werden soll. Therapeutische Hausaufgaben sind also insofern gut, als dass der:die Patient:in lernt, das neue Verhalten auch im häuslichen Rahmen zu erproben und sicherer im Umgang damit zu werden. Verhaltenstherapie versteht sich u. a. als Hilfe zur Selbsthilfe. Da ambulante Therapiestunden meist nur einmal pro Woche stattfinden, kann durch therapeutische Hausaufgaben erreicht werden, dass der:die Patient:in auch außerhalb der Therapiesitzung aktiv am Therapieprozess mitwirkt und seine:ihre Therapieziele verfolgt. So kann durch therapeutische Hausaufgaben eine schnellere und nachhaltigere Veränderung und damit Verbesserung der Probleme erreicht werden.


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