Ausgrenzung und Diskriminierung


Trotz positiver Entwicklungen in Politik und Gesellschaft im Bereich Inklusion und Antidiskriminierung in den letzten Jahren erleben viele schwule und bisexuelle Männer und Jugendliche tagtäglich Ausgrenzungserfahrungen. Noch immer werden einige von ihnen Opfer von homophober Gewalt, die Dunkelziffer ist hoch. Auch sind die HIV-Pandemie und deren Folgen, trotz guter medizinischer Behandlungsmöglichkeiten, Themen der Community. Menschen mit HIV widerfährt auch heute noch Stigmatisierung. Oft fällt die Suche nach Unterstützung vielen Betroffenen schwer.

Wir unterstützen bei Depressionen, Ängsten, Unsicherheiten und Einsamkeit


Depression, Ängste, Unsicherheiten bezüglich der eigenen sexuellen Identität, Einsamkeit und Probleme mit Beziehungsgestaltung und Nähe sind nur einige der Themen, die schwule und bisexuelle Männer und Jugendliche belasten. Im Gespräch wird dann oft eine verinnerlichte Ablehnung eigener schwuler Anteile der Persönlichkeit deutlich, was auch als internalisiert Homophobie bezeichnet wird. Diese ist durch negative Erfahrungen in der Kindheit geprägt, etwa durch zentrale Bezugspersonen oder Gleichaltrige, die Abwertung von Homosexualität vorleben. Den betroffenen Männern wurde vermittelt, sie seien nicht okay, schlecht oder gar krank, wenn sie sich zu anderen Männern hingezogen fühlen oder sich „weiblich“ zeigen. Das Coming-Out bzw. Outing ist dann oft mit massiven Ängsten verbunden, wurde aufgrund der abwertenden Reaktionen der sozialen Umwelt traumatisierend erlebt oder wird gar komplett vermieden.

Warum psychologische Unterstützung schwuler Männer und Jugendlicher wichtig ist


All dies kann die Entwicklung einer stabilen, selbstsicheren Identität verhindern und führt im Verlauf zu einer Vielzahl an Problemen. Nicht selten werden diese Erlebnisse aus dem Bewusstsein verdrängt oder bagatellisiert, äußern sich jedoch an anderer Stelle im Leben. Beispiele hierfür sind starke Selbstzweifel, Flucht in überhöhte Leistungsansprüche, übersteigerter Körperkult, Sex oder Substanzgebrauch bzw. einer Mischung aus beiden („Chemsex“) in gesundheitsgefährdendem Ausmaß. Die Konfrontation damit ist bei schwulen und bisexuellen Männern und Jugendlichen zumeist schmerzhaft und mit sehr viel Scham verbunden. Ein sicheres, wohlwollendes Umfeld ist nötig, um über aufkommende Gefühle und Verletzungen zu sprechen, diese annehmen und verändern zu können, selbstschädigende Verhaltensweisen ab- und ein gesundes Selbstbild aufbauen.