Was ist Transgender?


Trans*Personen fühlen sich nicht oder nicht ausschließlich dem Geschlecht zugehörig, welches in ihrer Geburtsurkunde eingetragen wurde. Manche Trans*Menschen leben eindeutig als Mann oder Frau, andere verstehen sich weder als männlich noch als weiblich.

Trans*geschlechtlichkeit ist keine Krankheit. Doch wenn Trans*Personen darunter leiden, dass Geschlecht und Körper gefühlt nicht zusammenpassen oder das Umfeld anders reagiert als gewünscht, was leider immer noch viel zu häufig der Fall ist, kann das zu einem „krankheitswertigen“ Leidensdruck führen, bei dem eine Psychotherapie indiziert ist.

In der Psychotherapie kann es unter anderem darum gehen, Entscheidungsprozesse der Transition (Coming-Outs, Änderung des Namens und Personenstandes und ggf. körpermodifizierende Behandlungen) zu begleiten, Diskriminierungserfahrungen zu bearbeiten, die Selbstakzeptanz zu fördern, negative Gefühle zu bewältigen und bei der Identitätsentwicklung zu unterstützen.

In der Psychotherapie wird die Selbstreflexion gestärkt und Trans*Personen auf dem Weg in die neue Rolle unterstützt. Dabei geht es nicht darum, eigene Überzeugungen auszureden.

Psychotherapie für Trans*


Die Entwicklung einer Geschlechtsidentität ist ein komplexer Prozess. Bei manchen Menschen stimmen die Ausprägung körperlicher Merkmale und das empfundene Geschlecht nicht überein. Bei ihnen kann das Gefühl entstehen, im falschen Körper zu leben. Wie sie diesen Widerspruch erleben und ob sie darunter leiden, ist sehr verschieden. Einige Menschen entwickeln eine Akzeptanz des eigenen Körpers, andere aber leiden schwer unter der Diskrepanz zwischen körperlichen Merkmalen und empfundenem Geschlecht.

Was ist Transsexualismus?


Darunter versteht man den Wunsch, als Angehörige:r eines anderen Geschlechtes zu leben und anerkannt zu werden. Dieser geht meist mit Unbehagen oder dem Gefühl der Nichtzugehörigkeit zum eigenen anatomischen Geschlecht einher. Es besteht zum Teil der Wunsch nach chirurgischer und hormoneller Behandlung, um den eigenen Körper dem bevorzugten Geschlecht soweit wie möglich anzugleichen.

Was ist eine Geschlechtsdysphorie oder Genderdysphorie?


Liegt aufgrund einer erlebten Geschlechtsinkongruenz (einer nur teilweisen Übereinstimmung des biologischen Geschlechts mit der eigenen Geschlechtsidentität bzw. Geschlechtsrolle) ein Leidensdruck vor, so wird von Geschlechts- oder Genderdysphorie gesprochen. Sie ist gekennzeichnet durch eine starke, anhaltende geschlechtsübergreifende Identifikation, die mit Angst, Depression, Reizbarkeit und oft dem Wunsch, als ein anderes Geschlecht als das bei der Geburt zugewiesene Geschlecht zu leben, verbunden ist. Die extremste Form der Geschlechterdysphorie kann dann als Transsexualismus bezeichnet werden.

Neben der Variante, dass eine Person ein anderes Geschlecht annehmen will, kann es aber auch Zwischenvarianten geben, also z. B. sich non-binär oder genderfluid zu identifizieren. Non-binär bedeutet, sich zwischen den Geschlechtern zu befinden, also nicht ausschließlich männlich und nicht ausschließlich weiblich oder sich als ungeschlechtlich zu identifizieren.

Genderfluid bedeutet, dass sich jemand fließend bewegt zwischen den Geschlechtern männlich und weiblich.

Worum geht es in einer Psychotherapie mit Trans* oder bei Geschlechtsdysphorie?


Grundsätzlich ist jede Psychotherapie individuell und wird spezifisch an die Probleme und Anliegen der Patient:innen angepasst.

Eine Psychotherapie ist neutral gegenüber dem transsexuellen Wunsch. Sie hat weder das Ziel, dieses Bedürfnis zu forcieren noch es aufzulösen.

Eine Psychotherapie dient dazu, die Diagnose Transsexualität oder eine andere Form der Geschlechtsdysphorie zu sichern. Sie soll dabei helfen, die adäquate individuelle Lösung für das spezifische Identitätsproblem zu finden.

Weiterhin geht es um eine Unterstützung beim Finden einer fundierten Entscheidung für oder gegen geschlechtsangleichende Maßnahmen: Sind Behandlungen zur Geschlechtsangleichung wie z.B. Hormonbehandlungen, chirurgische Eingriffe, Epilation, Logopädie etc. für den jeweiligen Menschen langfristig zielführend und psychisch stabilisierend?

Außerdem kann besprochen werden, welche Maßnahmen und Methoden geeignet sind, den Leidensdruck bzw. die Geschlechtsdysphorie zu verringern.

Nicht zuletzt geht es häufig um eine Unterstützung beim Finden einer bestmöglichen Selbstgestaltung im Hinblick auf Körper, Identität und Geschlechterrolle und um die Förderung von Selbstakzeptanz, Selbstwertgefühl und Selbstsicherheit.

Weitere „typische“ Anliegen können die Verarbeitung von traumatischen Erlebnissen aufgrund der Trans-Thematik, sowie von Belastungen aufgrund Ausgrenzungs- und Diskriminierungserfahrungen, sein.

Trans*Personen bzw. Personen mit Geschlechtsdysphorie leiden zusätzlich häufig (aber nicht immer) unter weiteren psychischen Erkrankungen, wie z. B. Depressionen, Ängsten, Süchten/Substanzmissbrauch, Essstörungen und auch Suizidalität. Diese Problematiken können in einer Therapie behandelt und stabilisiert werden.

Frequenz und Dauer einer Psychotherapie bestimmen Patient:in und Therapeut:in gemeinsam.

Was tun, wenn ich eine Indikationsstellung für eine Hormontherapie oder Transformationsoperation von meiner:m Therapeut:in benötige?


Unsere Psychotherapeut:in kann eine Stellungnahme für eine Hormonbehandlung oder Transformationsoperation aufsetzen. Wir orientieren uns dabei an den Erfordernissen des Medizinischen Dienstes der Krankenkassen.


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