Mein Kleinkind hat Schwierigkeiten beim Essen


Schwierigkeiten beim Essen sind bei vielen Kindern im Säuglings- und Kleinkindalter normal. Bis zu ca. ein Drittel der Kinder zeigen Essprobleme wie z.B. „Mäkeligkeiten“, vermutetes Zuwenig- oder Zuviel-Essen, Ablehnung der Brust oder der Flasche, unwillkürliches Würgen oder Erbrechen des Gegessenen. Meistens handelt es sich hierbei um vorübergehende Schwierigkeiten, welche sich im Zusammenhang mit dem normalen Reifungs- und Anpassungsprozessen der frühen Kindheit, Nahrungsumstellungen (z.B. Stillen, Flasche, Löffelkost) oder auch beim Füttern in einer für das Kind ungewohnten Position (z.B. im Hochstuhl statt auf dem Schoß einer Bezugsperson) zeigen können.

Nahrungsverweigerung bei Kleinkindern


Nahrungsverweigerung und Schwierigkeiten in der Nahrungsaufnahme kann Eltern stark verunsichern, sind sie doch als Ernährer*innen für das Wachsen und Wohl ihrer Kinder zuständig. Hinzu kommen oft die Anforderungen des sozialen Umfeldes, was nicht selten bei den Bezugspersonen Druck und Stress auslösen kann. Die Gefahr, in einem Machtkampf um das Essen zu gelangen, ist hierbei sehr groß. Der Zwang zum Essen belastet dabei die Beziehung zwischen Eltern und Kind stark.

Wie gehe ich mit Essproblemen meines Kindes um?


Babys gedeihen und wachsen durch das Stillen wie auch mittels Flaschenmilch. Beides braucht Geduld und Zeit, um sich daran zu gewöhnen. Babys mögen es jedoch gerne, wenn sie zum Füttern in den Arm genommen und angeschaut werden. Kinder zeigen ihren Eltern meist, wann sie für festes Essen bereit sind (z.B. sie zeigen Interesse an anderer Nahrung, bewegen den Mund beim Zuschauen, öffnen den Mund, wenn sie mit einem Löffel sanft berührt werden, etc.). Gerade an Nahrungswechsel müssen sich Kinder erst gewöhnen. Sie erkunden die neue Kost zunächst mit Gaumen, Lippen, Zunge und teilweise mit den Fingern. Um einen neuen Geschmack kennen- und mögen zu lernen brauchen Kinder Zeit. Eltern können hier ihren Kindern immer wieder kleine Kostproben geben, damit sie sich mit den neuen Geschmäckern vertraut machen können. Auch das Essen vom Löffel ist zunächst für die Kinder ungewohnt und muss erst gelernt werden. Deshalb kommt es häufig vor, dass Kinder zunächst das Essen wieder ausspuken oder den Löffel nicht gleich in den Mund nehmen. Während der Breieinführung können die Kinder weiterhin gestillt werden. So haben sie Zeit, sich an die neue Nahrung zu gewöhnen und sich langsam damit vertraut zu machen. Kinder wissen zudem selbst gut, wann sie satt sind und zeigen dies oft, indem sie ihren Mund schließen und sich abwenden. Weiterhin ist für Kinder eine ruhige Essenumgebung hilfreich, um ihre volle Aufmerksamkeit auf das Essen zu lenken (z.B. Spielzeug wegräumen, Fernseher ausschalten). Regelmäßigkeiten im Tagesablauf sowie feste Essenszeiten geben dem Kind zusätzlich Orientierung und können helfen eine Essensroutine zu entwickeln.

Wann hat mein Kind eine Fütterstörung?


Wenn Kinder das Essen verweigern oder auch extrem wählerisch beim Essen sind, dadurch mindestens einen Monat lang nicht genug gegessen haben sowie das für ihre Altersstufe typische Körpergewicht verlieren oder nicht erreichen, kann eine Fütterstörung die Ursache sein.