Was passiert, wenn mein Kind ein auffälliges Verhalten zeigt?


Es kann vorkommen, dass Kinder oder Jugendliche mit einem bestimmten Verhalten anderen Leuten auffallen, zum Beispiel Lehrer:innen, weil das Kind mehr zappelt als andere Kinder oder Erzieher:innen, weil das Kind nur in der Ecke steht und nicht mit anderen spielt. Vor allem Fachleute geben den Eltern dann eine Rückmeldung und Ratschläge darüber wo sie sich hinwenden können, um das Verhalten des Kindes untersuchen zu lassen, z.B. Schulpsycholog:innen, Kinder- und Jugendpsychiater:innen.

Doch was passiert dort und wie ist der Ablauf?


Im Rahmen eines Erstgespräches wird vor allem der Vorstellungsgrund erfragt (z.B. Warum ist man hier?) sowie Wünsche und Erwartungen an die Behandlung. In der Regel findet anschließend ein Diagnostiktermin statt. Es kann vorkommen, dass man innerhalb der Gespräche Wörter und Fachbegriffe genannt bekommt und man völlig orientierungslos ist. Im Folgenden Text, sollen ein paar Begrifflichkeiten „Licht ins Dunkle“ bringen und kurz erläutern, was die Fachbegriffe eigentlich bedeuten.

Was bedeutet Diagnostik im Kinder- und Jugendbereich?


Diagnostik bezeichnet alle Maßnahmen die dazu beitragen eine Krankheit/ Störung (Abweichungen von der Norm) zu erkennen, dazu zählen verschiedene Verfahren:

Anamnese: Hierbei handelt es sich um ein Gespräch, bei dem es vor allem um die Vorgeschichte des Kindes/Jugendlichen geht. Es werden hierzu Fragen über die Entwicklung gestellt, um mögliche Störungsrelevante Informationen zu erhalten.

Leistungsdiagnostik


Hierbei handelt es sich um wissenschaftliche Testverfahren, welche u. a. den klassischen Gütekriterien (Validität, Objektivität und Reliabilität) unterliegen. Sie können einen wertvollen Beitrag zur Diagnosestellung leisten. Sie können zum Einsatz kommen, wenn die Leistungsstärke des Kindes oder Jugendlichen erfasst werden soll, um z. B. Schulprobleme zu untersuchen. Hierunter können folgende Testverfahren zählen:

Intelligenztest


Dies ist ein Testverfahren, welches sich vor allem mit der Erfassung der Grundintelligenz beschäftigt. Hierbei steht jedoch grundlegend die Frage im Mittelpunkt: Was ist Intelligenz? Sodass die verschiedenen Intelligenztestverfahren auch unterschiedlichen Intelligenzmodellen zugrunde liegen. Es obliegt dem Untersucher die Entscheidung, welches Intelligenzmodel er zur Durchführung und Interpretation verwenden möchte. Die Entscheidung ist Abhängig von den kindlichen Entwicklungsfaktoren und den damit verbundenen Auswirkungen auf die Untertests (z. B. Ein Kind was nicht die Muttersprache beherrscht wird eher ein kulturunabhängigen und non- verbalen Intelligenztest durchführen).

Testverfahren für Teilleistungsstörung (Umschriebene Entwicklungsstörungen)


Umfasst Testverfahren, die den Fokus auf Teilleistungsstörungen legen, die aufgrund von Störungen der Informationsverarbeitung und Handlungsorganisation zustande kommen können.
Die Testverfahren können unter anderem Lese-Rechtschreibtests, Rechentests und Motoriktests sein.

Aufmerksamkeitstests und Konzentrationstests


Hierbei handelt es sich um Testverfahren, die vor allem die Aufmerksamkeitsleistung erfassen wollen. Die Testverfahren umfassen u.a. Untertests, welche auf die Daueraufmerksamkeit, Aufmerksamkeitskontrolle und Konzentrationsfähigkeit abzielen.

Diagnostik in unseren Praxen


Wir sind eine Psychotherapiepraxis und machen nur die Diagnostik, die zur Durchführung einer Therapie notwendig ist. Der Therapiebedarf zur Behandlung psychischer Störungen ist so hoch, dass wir eine Diagnostik ohne Therapiewunsch aufgrund der zeitlichen Kapazitäten nicht leisten können. Es gibt ärztliche Kolleg:innen, sogenannte Kinder- und Jugendpsychiater:innen, die in ihren psychiatrischen Praxen und in MVZs (Medizinische Versorgungszentren) eine umfassende Diagnostik psychischer Störungen anbieten, auch wenn keine Psychotherapie gewünscht ist (z.B. Lese-Rechtschreib-Störung, Dyskalkulie).

Zur spezifischen Abklärung einer Autismus-Spektrum-Störung (u.a. Asperger Autismus) ist eine Diagnostik in speziellen Autismus-Ambulanzen zu empfehlen. Bitte beachten Sie: Auch bei Therapiewunsch führen wir keine Diagnostik zu Autismus oder zu schulischen Fertigkeiten (LRS, Dyskalkulie) durch, da hierfür spezielle Qualifikationen notwendig sind. Zeigt Ihr Kind, welches bereits als Autist:in oder mit LRS/Dyskalkulie diagnostiziert wurde, zusätzlich emotionale oder Verhaltensauffälligkeiten, ist eine Psychotherapie in unserer Praxis natürlich möglich.

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