Was ist eine Psychotherapie?


In den Köpfen vieler Menschen gibt es viele Klischees über Psychotherapie. Nicht selten wird es als etwas Negatives angesehen, obwohl es vielmehr viel Mut und Stärke braucht, sich helfen zu lassen und etwas in seinem Leben verändern zu wollen. Oft wird auch das Wort „Psycho“ als Schimpfwort verwendet, was aber totaler Quatsch ist. Mit der „Psyche“ meinen Fachleute das Fühlen, Denken und Handeln eines Menschen – also die Seele. In der Psychotherapie geht es – ähnlich wie bei einem Arztbesuch – um Verletzungen, die geheilt werden sollen. Anders als bei einem Arztbesuch, behandelt die Psychotherapie jedoch keine sichtbaren Wunden, welche mit einem Gips oder Pflaster abgedeckt werden können. In der Psychotherapie werden seelische Probleme behandelt, welche durch Reden, Übungen oder Spielen behandelt werden.

Wann braucht man eine Psychotherapie?


Manchmal kommt man mit einer bestimmten Sache nicht so gut klar, es geht einem nicht gut oder man ist unzufrieden. Das kann jede*m mal passieren und die Gründe dafür können ganz verschieden sein. Es kann sein, dass man nicht so gerne in die Schule geht, weil man sich mit den Lehrer*innen nicht so gut versteht, von den Mitschüler*innen geärgert wird oder man Angst vor den Klassenarbeiten hat. Ein anderer Grund kann sein, dass man es zu Hause in der Familie nicht mehr schön findet, weil es viel Streit gibt oder man Angst hat, dass den Eltern etwas Schlimmes passiert und man sich viele Sorgen macht. Vielleicht wird man auch oft wütend oder kann sich nicht gut konzentrieren, so dass die nächsten Probleme schon vorprogrammiert sind. Es kann aber auch sein, dass man sich schon seit einigen Wochen traurig fühlt und gar nicht so richtig weiß warum. Oder man hat etwas Schreckliches erlebt, was einem nicht mehr aus dem Kopf geht. Es gibt viele Möglichkeiten, weshalb es einem nicht so gut gehen kann. Wenn man es selbst nicht mehr so gut in den Griff bekommt und keinen Weg für sich findet, dass es einem wieder besser geht, dann kann eine Psychotherapie sinnvoll sein.

Wie funktioniert eine Psychotherapie?


Ein:e Psychotherapeut:in ist eine Person, die sich besonders gut mit solchen Problemen auskennt und mit den Patient*innen gemeinsam schaut, was in den konkreten Situationen gut helfen kann. Aber zunächst einmal müssen sich Patient:in und Therapeut:in kennenlernen und schauen, ob sie gut zueinander passen. Es ist wichtig, dass sich die Patient:innen bei der:dem Therapeut:in wohl und sicher fühlen. Als nächstes geht es dann darum, sich selbst ein bisschen besser kennenzulernen. Oft wissen wir selbst gar nicht genau, was da mit uns los ist und wer wir sind, da wir häufig Dinge tun, die wir tun sollen aber nicht wollen. Der:die Therapeut:in stellt hierfür zunächst viele Fragen. Alles, was in der Therapie besprochen wird, bleibt streng vertraulich und darf auch nicht an die Eltern weitergesagt werden. Hierfür hat die:der Therapeut:in eine Schweigepflicht.

Der:die Therapeut:in hat oft viele Ideen, was bei den Problemen helfen kann. In der Therapie verrät er:sie Tricks, die der:die Patient:in dann ausprobieren und schauen kann, was ihm:ihr hilft. Es kann auch sein, dass der:die Therapeut:in in der Therapie mit den Patient:innen spielt, bastelt oder malt. Auf jeden Fall nimmt sich der:die Therapeut:in viel Zeit, um die Probleme der Patient:innen zu verstehen und nach einer gemeinsamen Lösung zu suchen. Hierfür benötigt man Geduld und Zeit. Es kann schon eine Weile dauern, bis es wieder besser wird. Eine Therapie geht meistens über mehrere Monate, in welchen man sich regelmäßig, meist einmal pro Woche, für ca. eine Schulstunde sieht. In der Regel wird es in der Therapie Stunden mit dem Kind, mit den Eltern und auch mit allen zusammen geben. Das Kind und deren Wünsche stehen aber immer im Vordergrund.

Indem wir uns helfen lassen, sorgen wir dafür, dass unser Leben einfacher wird. Eine Psychotherapie ist zwar manchmal etwas anstrengend, aber sie kann das Leben sehr bereichern und erleichtern.