Paarberatung und Coaching durch unsere Psychologischen Psychotherapeut:innen

Liebe, die am Anfang einer Beziehung ganz leicht zu fallen scheint, wird in vielen Langzeitbeziehungen immer schwieriger. Das Liebesgefühl im Alltag hängt stark davon ab, wie die Partnerpersonen miteinander umgehen.

Diese Seite soll Ihnen einen Überblick geben über die Art der Paartherapie, die wir in unserer Praxis anbieten.

In der Paartherapie arbeiten wir:

Wir wünschen allen Personen ein Beziehungsnetzwerk, welches ihr Leben bereichert. Unser Angebot richtet sich an alle sexuellen Orientierungen und Geschlechter (Frauen*, Männer*, Cis-Hetero Personen, LGBQTIA+ Personen, nicht binäre Personen) sowie an alle Beziehungsstrukturen und -konstellationen, wie z. B. (serielle) Monogamie, intentionale Monogamie, ethische Nicht-Monogamie (z. B. offene Beziehungen, Swinging, Polyamorie, Beziehungsanarchie usw.)

Wir arbeiten allparteilich. Das heißt, dass alle gleichermaßen gehört und in ihrer Sichtweise respektiert werden. Daher finden die Sitzungen in aller Regel mit allen Beziehungspersonen statt. Unsere Therapeut: innen nehmen gegenüber allen Mitgliedern einer Beziehungskonstellation eine unvoreingenommene Haltung ein.

Wissenschaftlich fundiert und staatlich bestätigt

Nicht alle Paartherapeut:innen und -berater:innen sind Psychologische Psychotherapeut:innen. Wir können Sie mit unserer Expertise hinsichtlich der Behandlung psychischer Erkrankungen wissenschaftlich fundiert unterstützen. Zudem verfügen wir über fundiertes Wissen, wie Menschen und ihre jeweiligen Besonderheiten sich gegenseitig beeinflussen. Wir bieten die Stärkung Ihrer kommunikativen, emotionalen und sozialen Fertigkeiten an.

Wir spannen den Bogen von individuellen Herausforderungen und deren mögliche Auswirkungen hin zu aktuellen Konflikten im Miteinander. Gleichzeitig arbeiten wir selbstverständlich auf Augenhöhe. Niemand wird auf eine psychische Krankheit oder andere vermeintliche Eigenschaften reduziert oder wie eine nicht-ebenbürtige Person behandelt. Niemandem wird als „psychisch gesunde:r Partner:in/Partnerperson“ mehr Verantwortung aufgebürdet oder Bedürfnisse abgesprochen. Alle haben das gleiche Recht und die gleiche Verantwortung am Veränderungsprozess mitzuwirken – bei gleichzeitiger Beachtung individueller Herausforderungen.

Lösungsorientiert und orientiert an positiver Gegenseitigkeit

Alle Partnerpersonen bekommen die Zeit, ihre Sichtweise auf die Herausforderung zu teilen. Gleichzeitig arbeiten wir hauptsächlich im Hier und Jetzt, um nicht in der Problembeschau zu verhaften, sondern gemeinsam zügig zu spürbaren Verbesserungen in der Partnerschaft zu kommen. Ansonsten besteht das Risiko, dass Sie sich einfach in Anwesenheit einer:s Therapeut:in streiten.

Der Wunsch nach Bindungen, die Sicherheit, Achtung und Zärtlichkeit beinhalten, ist nahezu universell. Das heißt, dass fast alle Menschen diesen Wunsch haben. Ist Bindung gefährdet, geraten die meisten Menschen in Bedrängnis. Während die meisten frühen Verhaltensweisen „Einzahlungen“ auf das „Beziehungskonto“ darstellen und ein erhebliches Guthaben besteht, kommt es nach einiger Zeit auch zu „Abbuchungen“. Was Menschen als Einzahlungen und Abbuchungen wahrnehmen, ist durch die Biografie geprägt, d. h. individuelle Arten und Weisen, wie wir Verhaltensweisen bewerten. Häufig sind Menschen sich nicht bewusst, wie individuell Beziehungskonzepte sind und wie ihr individueller „Beziehungsvertrag“ aussieht, den sie an Partnerpersonen herantragen. Da die Partnerpersonen unterschiedliche Beziehungskonzepte und -verträge in die Partnerschaft bringen, kommt es über die Zeit zu einer Anhäufung von Enttäuschungen. Irgendwann ist niemand mehr bereit, „in Vorleistung zu gehen“ und die positive Gegenseitigkeit, die den Anfang einer Beziehung ausmacht, wird zu einer negativen Gegenseitigkeit, in Form von Vorwürfen, unzulässiger Verallgemeinerung, Zuschreibung negativer Eigenschaften und Angriffen und Abwertungen aller Art. Eskalation und Rückzug führen zu Unzufriedenheit mit- und Entfernung voneinander. Das Beziehungskonto geht auf Null und irgendwann ins Minus.

Der Ansatzpunkt für Veränderung liegt auf der Verhaltensebene: Wiederbelebung der positiven Aspekte der Beziehung, gemeinsame Arbeit an konstruktiver Kommunikation, Konfliktlösestrategien und De-Eskalation, insbesondere im Alltag.

Schindler, L., Hahlweg, K., & Revenstorf, D. (2020). Partnerschaftsprobleme? So gelingt Ihre Beziehung: Handbuch für Paare. Springer-Verlag.

Frieden in der Beziehung ist wichtig, aber auch nicht um jeden Preis. Manchmal müssen wir Partnerpersonen Dinge sagen, die sowohl schwer auszusprechen als auch unangenehm zu hören sind. Wir müssen uns einander auch mal „zumuten“ können. Daher ergänzen wir in unserer Praxis lang etablierte verhaltenstherapeutische Paartherapie um weitere Ansätze.

  • Moderne Beziehungskommunikation

„Wenn man Die Eine gefunden hat und perfekt zusammenpasst, dann versteht man einander ohne Worte und kann einander jeden Wunsch von den Augen ablesen“. Um die Störanfälligkeit Ihrer Beziehungen weiter zu reduzieren, unterstützen wir Sie dabei, Ihre Beziehung oder Beziehungen aktiv und individuell zu gestalten, anstatt sich von schädlichen Beziehungsmythen oder vermeintlich allgemeingültigen Skripten leiten zu lassen.  Wir stellen Kommunikations-Methoden zur Verfügung und üben diese gemeinsam ein, damit Sie wieder mehr Spaß und Selbstwirksamkeit in der Beziehung erleben. Ziel dieses Beziehungs-Craftings ist, Ihre Beziehung sehr selbstständig umzugestalten und zu verbessern, damit die Interessen aller Partnerpersonen so gut wie möglich ausbalanciert werden. Hierbei bemühen wir uns, die Dinge, die „man so macht“ abzuschütteln und – wenn nötig – ganz individuelle Wege zu gehen. Wie eine Art kreatives Projekt arbeiten Sie gemeinsam daran, ein neues Bild für Ihre Partnerschaft zu malen oder eine andere Geschichte über Ihre Partnerschaft zu erzählen.

Quelle: Lindgren, Winston, & Matlack (2023). Multiamory: Essential Tools for Modern Relationships. Cleis Press.

  • Gewaltfreie Kommunikation

Sie erlernen gemeinsam die Umsetzung von Gewaltfreier Kommunikation. 1) die interpretationsfreie Beschreibung von Verhalten der Partnerpersonen, 2) die Benennung von eigenen Gefühlen und Gedanken, die damit einhergehen, 3) das menschliche Bedürfnis, das davon berührt ist und 4) die klare Formulierung eines Wunsches, den Sie in diesem Zusammenhang an die Partnerperson herantragen.

Quelle: Rosenberg, M. B., & Chopra, D. (2015). Nonviolent communication: A language of life: Life-changing tools for healthy relationships. PuddleDancer Press.

Hierbei geht es um das Wie des Sagens. Oft sind Partner:innen sich aber auch unsicher, Was genau sie denn sagen wollen. Das mag daran liegen, dass die Unzufriedenheit entweder diffus ist oder gar allumfassend erscheint. Manchmal wissen Sie vielleicht ganz genau, Was Sie sagen wollen würden, haben aber Angst davor, was Sie damit bei der Partnerperson „lostreten“ könnten. Letzteres kann auch bei Ihnen Angst auslösen, da Sie sich vielleicht unsicher sind, wie Sie auf die starke Reaktion der Partnerperson reagieren könnten.

Wir verwenden zwei Ansätze: 1) das Differenzierungsbasiertes Arbeiten und 2) die Akzeptanz & Commitment Therapie (ACT). Diese Ansätze können Sie dabei unterstützen, dass die sich gemeinsam weiterentwickeln können. Das kann auch beinhalten, geübter darin zu werden, Dinge auszusprechen, die Ihre Partnerperson(en) vielleicht nicht hören möchten. Gleichzeitig erwerben Sie Fähigkeiten, Dinge, die Ihre Partnerperson(en) zu sagen haben, gelassener aufzunehmen.

  • Differenzierungsbasiertes Arbeiten

Krisen sind häufig notwendig, um individuelles und gemeinsames Wachstum zu erreichen. Daher sind völliger Frieden und Konfliktfreiheit weder möglich noch erstrebenswert. Um teilen zu können, was wirklich in uns vorgeht, müssen wir ein gutes Gefühl für uns selbst behalten, trotz der emotionalen und körperlichen Nähe zur Partnerperson. Außerdem müssen wir in der Lage sein, unsere Gefühle so weit zu regulieren, dass wir unser Urteilsvermögen noch nutzen können. Außerdem ist es wichtig, auf emotional herausfordernde oder belastende Situationen, z. B. einen extremen Gefühlsausdruck der Partnerperson, reagieren können, aber nicht eine übermäßige Reaktivität aufweisen. Nicht zuletzt ist es sinnvoll, eine Art „psychologische Schmerztoleranz“ zu haben, welche man in den Dienst des Wachstums stellt.

Quellen: Bader, E., & Pearson, P. (1988). In Quest of the Mythical Mate: A Developmental Approach To Diagnosis And Treatment In Couples Therapy (1st ed.). Routledge. https://doi.org/10.4324/9780203776469

Schnarch, D. M. (1991). Constructing the sexual crucible: An integration of sexual and marital therapy. WW Norton & Company.

  • Erhöhung der psychischen Beweglichkeit in einer Partnerschaft

Auch wenn es in gewisser Weise möglich ist, das Verhalten der Partnerperson durch eigenes konstruktives Verhalten in die erwünschte Richtung zu beeinflussen, ist es nicht möglich oder erstrebenswert, die Partnerperson vollständig zu kontrollieren. Auch bei idealer Kommunikation ist es nicht möglich, nie einen unangenehmen Gedanken oder ein unangenehmes Gefühl basierend auf einer Sicht- oder Verhaltensweise der anderen Person zu haben. Es ist normal und berechtigt, auch extreme Gefühle und Gedanken in Beziehungen zu haben. Oft ist es aber nicht hilfreich, diese inneren Zustände das eigene Verhalten zu sehr leiten zu lassen. Das heißt, eine hohe Reaktivität auf diese zu haben.

Ein weiterer Baustein der Paartherapie kann sein, direkt und ausdrücklich an der „psychologischen Schmerztoleranz“ (s. o.) zu arbeiten. So können Sie gemeinsam neue Fähigkeiten lernen, um in Streitsituationen effektiver mit diesen inneren Reaktionen umzugehen. Viele Menschen, die sich in Paartherapie begeben, verhalten sich nicht so, wie sie es von sich selbst erwarten. Eine erhöhte psychische Beweglichkeit kann Sie dazu befähigen, sich so zu verhalten, wie Sie es sich wünschen. Die ACT hilft Ihnen, Ihre persönlichen Werte in der Partnerschaft besser kennenzulernen und zu verkörpern, auch wenn es mal „heiß her“ geht. Hierbei handelt es sich im Kontrast zu Reaktivität um Proaktivität, also zielgerichtetes, vorausschauendes Verhalten aus Eigeninitiative.

Quelle: Harris, R. (2023). ACT with love: Stop struggling, reconcile differences, and strengthen your relationship with Acceptance & Commitment Therapy. New Harbinger Publications.

Die Ansätze und dazugehörigen Techniken werden auf jede Beziehungskonstellation und auf die therapeutischen Aufträge, die Sie an uns herantragen, zugeschnitten angewendet.


Terminvereinbarung Paartherapie

Für jede durchgeführte 50-minütige paartherapeutische Sitzung berechnen wir Ihnen 239€.
Die Kosten der Paartherapie können nicht mit den gesetzlichen und privaten Krankenkassen abgerechnet werden und müssen daher als Selbstzahlerleistung getragen werden.

Nadja Weber

Diplom-Psychologin
Psychologische Psychotherapeutin in Leipzig
Therapeutische Leitung

Termin Paartherapie Leipzig

Dr. Svenja Senkans

Dr. phil. I Psychologin M.Sc., Psychologische Psychotherapeutin
Lübeck I Zertifizierte Sexualberaterin der Deutschen Gesellschaft für Sexualforschung und Expertin für Paarkonflikte und Paardynamiken, Sexualität und Sexualstörungen, Unsicherheit bezüglich sexueller Lebensmodelle, Praktiken und Vorlieben und sexuelle Identitäten, Rollen und Orientierungen.

Termin Paartherapie / Sexualtherapie Lübeck

FAQ

Ist Paartherapie etwas für uns?

Egal, ob Sie bereits in einer Beziehungskrise stecken oder Ihre Partnerschaft stärken wollen, indem Sie ungünstige Entwicklungen frühzeitig erkennen und verändern, steht am Anfang der Paartherapie die wertungsfreie Abklärung Ihrer aktuellen partnerschaftlichen Situation. Daraus leiten wir mit Ihnen zusammen die Ziele der Paartherapie ab, entwickeln ein Behandlungskonzept inklusive geeigneter Rahmenbedingungen (z. B. Frequenz der Sitzungen und voraussichtliche Dauer der Paartherapie).

Ist "Paartherapie" etwas für mich als Single?

Sollten Sie derzeit gewollt oder ungewollt Single sein, können Sie auch „Paartherapie im Einzelsetting“ machen. Das bedeutet, dass hauptsächlich partnerschaftliche und/oder sexuelle Themen besprochen werden. Sollte eine psychische Erkrankung vorliegen (bspw. eine Anpassungsstörung, Depression, soziale Ängste oder sexuelle Probleme, welche die Diagnose einer Dysfunktion rechtfertigen), die Ihre partnerschaftlichen Herausforderungen zu bedingen scheint, können Sie eine Einzelpsychotherapie bei uns beginnen. Sollten Sie eher aus dem Wunsch nach persönlicher Weiterentwicklung im partnerschaftlichen Bereich auf dieser Website gelandet sein, können Sie im Rahmen unseres Coaching-Angebots an Themen arbeiten, die Ihre Möglichkeiten, intime Beziehungen so zu gestalten, wie Sie es sich wünschen, beeinträchtigen.

Wie läuft die Paartherapie ab?

Sie vereinbaren ein Erstgespräch und kommen gemeinsam mit allen Partnerpersonen oder, wenn es nicht anders geht, vorerst allein zur ersten Sitzung. Hilfreich kann es sein, wenn Sie konkrete Fragen oder Beispiele für typische Situationen mitbringen, die für Schwierigkeiten innerhalb der Beziehung sorgen. Gemeinsam erarbeiten wir dann Ressourcen und Probleme innerhalb Ihrer Beziehung und besprechen Ihre Ziele und Wünsche. In manchen Fällen reicht eine einmalige Beratung aus, damit es Ihnen innerhalb der Partnerschaft wieder besser geht. Sollten sich die Probleme als schwerwiegender erweisen, kann eine begleitende Psychotherapie oder längerfristige Paartherapie sinnvoll sein.

Dieser Text wurde verfasst von Dr. Svenja Senkans.